Die Externsteine

Horn-Bad Meinberg, Deutschland

Walpurgisnacht und Sommersonnenwende


Die Externsteine im Herzen des Teutoburger Waldes in der Nähe von Horn-Bad Meinberg sind einer der bekanntesten Kraftorte in Deutschland. Alljährlich lockt der Teutoburger Wald zahlreiche Besucher an, die sich von der Schönheit und dem Zauber dieses Naturdenkmals gefangen nehmen lassen. Besonders in der Walpurgisnacht und der Sommersonnenwende finden sich durch ihr Interesse an Esoterik und Mystik viele Menschen rund um die grosse Kastanie ein, um diesen geheimnisvollen Kraftort zu spüren, dessen Faszination man sich kaum entziehen kann. Verschiedene Spuren belegen, dass sich schon vor rund 10.000 Jahren Menschen dort aufgehalten haben.

Die genaue Herkunft des Namens ist nicht bekannt. Die heutige Schreibweise “Externsteine” stammt wohl aus dem 19. Jh. Die Externsteine befinden sich im Horn-Bad Meinberger Stadtteil Holzhausen-Externsteine im Teutoburger Wald, angrenzend an das Eggegebirge.

Die Geschichte der Externsteine

Die Externsteine wurden vor ca. 70 Mio. Jahren durch Erdverschiebungen geformt. Bis zu 47 m hoch ragen die vier Hauptfelsen im Teutoburger Wald empor und vermitteln den Eindruck von Burgtürmen, umgeben vom malerischen Wiembecketeich, der der Kulisse eine besondere Ausstrahlung verleiht. Teils wirken die Felsen noch sehr unberührt, teils wurden sie von Menschenhand bearbeitet. Die Nordostseite, die von Menschen bearbeitet wurde, gilt als Vorderseite, die nach Südwesten als Rückseite. Die Vorderseite vermittelt mit ihren zahlreichen Bearbeitungsspuren das Erscheinungsbild einer Ruine.

Einen Teil der Felsen kann man über in Stein gehauene Treppenstufen besteigen, zwei Felsen sind durch eine Brücke verbunden. Von dort oben kann man sich ganz der malerischen Aussicht über das Lipper Land hingeben. In den Steinen befinden sich unterschiedliche Grotten mit Reliefs und Inschriften. U. a. findet sich dort ein Grab wie ein Sarkophag und eine kapellenartiger Raum mit einer Altarnische und einem runden Fenster. Manche sehen es als germanische Kultstätte an, aber Wissenschaftler haben eine andere Erklärung: Sie sehen die Grotten, Kammern und den Sarkophag als eine Art Gedenkstätte für das Grab Jesu Christi. Sie einzelnen Bereiche entstanden über einen sehr langen Zeitraum und dürften ihren Abschluss ca. in der Mitte des 12. Jh. gehabt haben, wofür auch das grosse Kreuzabnahmerelief ein Hinweis sein dürfte.

Trotzdem hält sich hartnäckig der Glaube an die Externsteine im Teutoburger Wald als germanische Kultstätte. Sie gelten als vorchristliches Symbol, obwohl man eigentlich nicht weiss, ob sie diese Rolle überhaupt jemals gespielt haben. Nachweisen lassen sich lediglich steinzeitliche Klingen, die man dort fand. Sie sind aber allenfalls ein Zeichen dafür, dass sich steinzeitliche Menschen dort befunden haben, nicht aber ein Zeichen für kultische Handlungen. Astronomen wiederum fanden Hinweise, dass ein Teil der Steine als Sternwarte genutzt wurden.

Die Externsteine werden nicht nur von Esoterikern als Kraftort wahrgenommen. Neben diesen finden sich zu den besonderen Festen wie Walpurgisnacht und Sommersonnenwende auch Hexen, Druiden und germanische Glaubensgemeinschaften ein. Während dieser Feste darf auf dem Gelände rund um die Externsteine gezeltet werden. Bizarre Felsformationen wie die Externsteine haben Menschen schon zu allen Zeiten fasziniert und magisch angezogen. Man meinte, an einem solchen Kraftort die Anwesenheit der Götter, Geistwesen oder Naturwesen zu fühlen. Es fanden kultische Rituale statt. Viele Sagen und Legenden ranken sich um diesen Kraftort. Es gibt zahlreiche Berichte, dass Besucher, die sich in das Steingrab begeben,dort ein Kribbeln im Körper wahrnehmen. Radiästhesisten erklären dieses Phänomen mit dem Vorhandensein von zwei Wasseradern, die sich dort kreuzen. In zehn Minuten soll man sich dort energetisch aufladen können. Die mystische Aura des Ortes ist zweifellos zu spüren, wenn man an den Felsen hoch blickt oder sie vom See aus betrachtet.

Egal ob nachgewiesen oder nicht, der Ort übt eine geheimnisvolle Faszination auf Menschen aus, der wir uns selbst in unserer rational geprägten Zeit nicht entziehen können. Wir können dort auftanken, seine mystische Aura spüren und dort einfach in Ruhe die Kraft der Externsteine und der umgebenden Natur des Teutoburger Waldes geniessen und in uns aufnehmen.