Madonna del Sasso

- Die berühmte Wallfahrtskirche in Locarno

Im Tessin liegt oberhalb der Stadt Locarno die berühmteste Wallfahrtskirche der italienischen Schweiz: Madonna del Sasso. Das Kloster neben der Kirche mit gelbem Anstrich ist auch als Kraftort bekannt. Der Kraftort umfasst nicht nur das Kloster, sondern auch die Stelle etwas unterhalb am Berg, am Zusammenfluss zweier Bäche. Alljährlich kommen viele Urlauber und Pilger zum Kloster und zur Kirche Madonna del Sasso zur inneren Einkehr. Von dort oben kann man auch einen malerischen Blick auf die Stadt Locarno und den Lago Maggiore geniessen.

Kraftort Madonna del Sasso bei Locarno

Der Überlieferung nach soll dort oben 1480 der Franziskanermönch Fra Bartholomeo d'Ivrea eine Vision von der heiligen Maria und ihrem Kind gehabt haben, die ihn dazu veranlasste, sich als Eremit auf dem Berg über dem Lago Maggiore in die Einöde zurückzuziehen. Allerdings fand er dort nicht die von ihm gewünschte Stille und innere Einkehr, weil immer wieder Menschen zu ihm kamen, die ihn um Rat fragten oder Hilfe von ihm erbaten. Deshalb tat er sich mit anderen Franziskaner-Brüdern zusammen, die ihn bei der Arbeit mit den Menschen unterstützen sollten, und sie gründeten zusammen dort oben zwei Kapellen als Andachtsstätten.

Später entstanden an dieser Stelle das Kloster und die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso. Unten am Fuss des Berges wurde die Verkündigungskirche gebaut, von der ein Kreuzweg (Via Curcis) zum Kirchengebäude Madonna del Sasso empor führt, damit Besucher den Weg zur Madonna del Sasso leichter finden. An diesem Kreuzweg entlang waren ehemals 12 Kreuzwegkapellen gebaut, die den Leidensweg Jesu darstellen sollten. Von den meisten sind heute aber nur noch Ruinen vorhanden, aber in einer noch gut erhaltenen sind 2 Terrakotta-Skulpturengruppen mit dem letzten Abendmahl und der Ausgiessung des Geistes.

 

Wallfahrtskirche - Mdonna del Sasso

Jahrhundertelang waren Kloster und Wallfahrtskirche in der Hand der Franziskaner bis zu deren Vertreibung im Zuge der Säkularisation Mitte des 19. Jahrhunderts. Später gab sie der Kanton an die Kapuziner. Die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert, zuletzt 2012. Dabei wurde im Laufe der Zeit das Aussehen der Kirche so verändert, dass man aussen ihr ursprüngliches Aussehen nicht mehr erkennen kann. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Fassade im Neurenaissance-Stil. Um auch gehbehinderten Menschen den Zugang zu ermöglichen, wurde bei der letzten Renovierung ein Treppenlift eingebaut.

 

Kreuzweg - Madonna del Sasso im Tessin

Wenn man von Locarno aus den Kreuzweg empor geht, braucht man etwa eine halbe Stunde. Es gibt auch noch die Möglichkeit, vom Bahnhof Locarno aus die Standseilbahn zu nehmen, die von dort ca. alle 15 Minuten zur Madonna del Sasso hochfährt. Oben befindet sich umrahmt von Palmen und Oleander das Kirchengebäude. Beim Betreten des Kircheninneren bemerkt man sofort, dass der Innenbereich in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist, wie man u. a. an einem Altarbild der Madonna von 1480 erkennen kann. Auch viele der über 400 Jahre alten Figuren konnten der Madonna del Sasso erhalten bleiben. Das Kircheninnere mit einer niedrigen Decke ist in ein mystisches Licht getaucht. Am besten geniesst man im Sitzen die Kraft dieses magischen Ortes. Der Blick wandert unwillkürlich zur heiligen Mutter mit ihrem Kind. Sehr eindrucksvoll sind auch die Votivtafeln und Gemälde mit Motiven des Auszugs der Israeliten aus Ägypten.

 

Madonna del Sasso

Im Kloster befindet sich ein besonderer Schatz, der von den Kapuzinern wohl behütet wird: die Ordensbibliothek, die u. a. Drucke aus dem 15. Jahrhundert enthalten soll. Da dieser Bestand noch nicht katalogisiert wurde, ist kaum bekannt, welche Bücher sich dort befinden. Die Kapuziner geben nicht alles preis.

2 Kommentare

  1. Imhof Reinhard & Susi 15. August 2015 um 9:46 Uhr- Antworten

    Liebe Grüsse an Madonna del Sasso
    Vor 51 Jahren haben wir in Madonna del Sasso geheiratet. Zwei Kapuziner-Patres waren unsere Trauzeugen. Für das grosse Glück sind wir dankbar!
    Reinhard und Susi Imhof
    aus Oberrieden (ZH)
    Immer wieder besuchen wir diesen Magic places

  2. Dr. Christel Bluhm 20. Februar 2017 um 15:08 Uhr- Antworten

    1965 war ich als vierzehnjährige Schülerin zum ersten Mal mit einer Jugendgruppe dort. Seitdem zieht es mich und meine Familie immer wieder zu diesem faszinierenden, spirituellen Ort mit seiner faszinierenden Aussicht über meinen Lieblingsessen, den Lago Maggiore.

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