Die Kapelle von St. Niklausen

Kanton Obwalden

 

Am Eingang des Melchtals befindet sich der sakrale Kraftort St. Niklausen. Dieser liegt oberhalb der Gemeinde Kerns im Kanton Obwalden und beherbergt 320 Einwohner (Stand Dezember 2012). Eingebettet in eine natürliche Idylle, erlaubt die Lage des Ortes (800 m ü. M.) eine Sicht auf den nahe gelegenen Sarnersee und auf das Dörfchen Flüeli-Ranft. Umgeben von den Obwaldner Bergen wurde an diesem naturbelassenen Ort im Jahre 1350 die Kapelle von St. Niklausen erbaut.

Kapelle von St. Niklausen - Kanton Obwalden

Sie ist ein Ort von historischem Interesse und ein Kraftort der besonderen Art. Ihre erste Erwähnung wird auf das Jahr 1357 datiert, in welchem sie in einem Ablassbrief erwähnt wurde. Bereits aus weiter Ferne kann man ihren steinigen Glockenturm erkennen, der stolz aus dem Boden ragt. Zunächst nahmen Historiker an, der Turm sei das Bauwerk von Römern und Heiden. Mittlerweile sind sie sich darüber einig, dass der mit einem Pyramidendach versehene Turm von savoyischen Baumeistern errichtet wurde. Das Besondere an dem urig wirkenden Turm ist die räumliche Trennung von dem unweit stehenden Gotteshaus. Seine Alleinstellung symbolisiert jene Energie, die dieses ländliche Dorf zu einem Kraftort werden lassen.

freistehender Glockenturm - Kapelle von St. NiklausenDie Kapelle von St. Niklausen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Glockenturm befindet, wurde zunächst lediglich als Chorraum verwendet. Glockenturm und Chor wurden gleichermassen in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. Bis zum Ende jenes Jahrhunderts fanden Besucher auf den sich im Freien aufgestellten Sitzgelegenheiten Platz. Dieser Zustand sollte kurze Zeit später ein Ende finden. Daher wurde das Gotteshaus durch das Kirchenschiff ergänzt. Beim Betreten der Kapelle von St. Niklausen offenbart sich dem Besucher der soeben erwähnte Chor. Dieser ist - ebenso wie das Kirchenschiff - mit einem wertvollen imposanten Walmdach versehen, dessen Barockmalerei zur Einzigartigkeit des Chores beiträgt. Jene Malerei, die das Gebäude kunstvoll verziert, stammt aus dem Jahre 1704. Heilige Figuren sind mit Symbolen in vielen Rhomben und Medaillons abgebildet und erzählen eine individuelle Geschichte.

Biblische Themen bilden die Grundlage dieser ländlichen Gestaltung und Bildergeschichten. Sie finden sich im Alten und Neuen Testament wieder. Neben den aufwendigen Verzierungen des Walmdachs strahlt das Innere des Gebäudes eine aussergewöhnliche Harmonie aus. Der Blick durch eines der Fenster lädt nahezu zur inneren Ausgeglichenheit ein. Dem Auge wird eine unberührte Landschaft offeriert, die in Zeiten technologischer Entwicklungen beinahe befremdlich wirkt. Stille Momente folgen, in denen der Besucher den Kraftort auf sich wirken lassen kann. Mittelalterliche Fresken lassen die Kapelle von St. Niklausen erneut zu einem einzigartigen Bauwerk werden. Sie stellen die bedeutendsten gotischen Wandmalereien der Zentralschweiz dar.

Kapelle St. Niklausen - Obwalden

Anhand von Wünschelruten wurde die Mitte des Gotteshauses als Kraftort deklariert. Laut Aussage der Wünschelrutengänger sollen an diesem Ort 18.000 Bovis-Einheiten (BE) wirken. Bekanntheitsgrad erreichte die Kapelle von St. Niklausen weiterhin dadurch, dass sie das älteste erhaltene Gebäude in der Gemeinde Kerns darstellt. Ihre Fresken wurden mehrfach übertüncht, wobei sie in der Mitte des 20. Jahrhunderts freigelegt wurden. Im Jahre 1995 wurde die Kapelle von St. Niklausen durch die Felix Schmid Partner AG restauriert.

Der Jakobsweg, welcher unmittelbar durch St. Niklausen führt, verhilft dem idyllischen Kraftort zu weiterer Popularität. Ein Besuch dieses Ortes ist äusserst lohnenswert.

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2 Kommentare

  1. Burach Josef 3. Februar 2016 um 10:12 Uhr- Antworten

    Die Gemeinde, wo sich die Kapelle von St. Niklausen befindet, heisst nicht Kern, sondern Kerns.

    Libe Grüsse aus Luzern

    Josef Burach

  2. falki 3. Februar 2016 um 14:25 Uhr- Antworten

    Guten Tag Herr Burach

    Ich habe den Namen der Gemeinde Kerns soeben korrigiert. Danke für den Hinweis.

    Liebe Grüsse
    Stephan Wüthrich

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